Schritt für Schritt:
Geschäftskonto eröffnen
Die meisten Expat-Freelancer wickeln ihr erstes Jahr über das Privatkonto ab — und sortieren dann bei der Steuererklärung 800 Buchungen ein Wochenende lang. Ein echtes Geschäftskonto eröffnest du in 15 Minuten.
Direkt zur Kontoeröffnung →Die 6 Schritte, in dieser Reihenfolge
Antrag: 10–15 Minuten. Konto live in 1–2 Werktagen. Karte im Briefkasten innerhalb einer Woche.
Selbstständigkeit erlaubt?
Selbstständigkeit erlaubt?
Nicht-EU-Bürger: Dein Aufenthaltstitel muss Selbstständigkeit ausdrücklich erlauben. Blue-Card-Inhaber brauchen für Nebeneinkünfte über einer kleinen Schwelle eine Nebentätigkeitserlaubnis von der Ausländerbehörde. Reguläres Arbeitsvisum (§ 18 AufenthG) verbietet Selbstständigkeit meist ohne separaten § 21 AufenthG-Bescheid. EU/EWR-Bürger überspringen diesen Schritt.
Tip: Konto trotzdem eröffnen — die Commerzbank prüft den Titel nicht. Aber: Rechnungen zu schreiben, bevor die Erlaubnis steht, kann deine Visa-Verlängerung kippen. Erst zur Ausländerbehörde, dann Rechnungen.
Dokumente vorbereiten
Dokumente vorbereiten
Freiberufler (Beratung, IT, Design, Texten etc.) brauchen: Reisepass oder EU-Ausweis, Anmeldung, 11-stellige Steueridentifikationsnummer. Einzelunternehmer (Gewerbe) zusätzlich: Gewerbeanmeldung vom Gewerbeamt (~26 €). Nicht-EU: Aufenthaltstitel. Optional, aber nützlich: bestehende IBAN und eine einzeilige Beschreibung deiner Tätigkeit.
Tip: Steueridentifikationsnummer (11 Ziffern, lebenslang, im BZSt-Brief nach der Anmeldung) ist nicht dieselbe wie die Steuernummer (Format variiert, vom Finanzamt nach Anmeldung der Selbstständigkeit vergeben). Der Antrag fragt die Steueridentifikationsnummer.
Online-Antrag starten
Online-Antrag starten
Öffne die Geschäftskonto-Seite der Commerzbank, klick auf „Geschäftskonto eröffnen". Wähle die Rechtsform (Freiberufler oder Einzelunternehmer), gib deine Daten ein: vollständiger Name wie im Pass, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, deutsche Adresse aus der Anmeldung, E-Mail, Handy. Kurzbeschreibung deiner Tätigkeit und Steueridentifikationsnummer.
Tip: Das Formular ist auf Deutsch. Halte den Guide im zweiten Tab offen und übersetze Feld für Feld — die Reihenfolge passt. Adresse Zeichen für Zeichen wie in der Anmeldung, inklusive „c/o"-Zusatz.
Kontomodell wählen
Kontomodell wählen
Drei Stufen: KlassikGeschäftskonto (15,90 €/Monat, 6 Monate frei — passt für die meisten Freelancer), PremiumGeschäftskonto (8,90 € für 2 Jahre, danach 34,90 € — für wachsende Tätigkeiten mit mehr Umsätzen), PremiumGeschäftskonto Plus (54,90 €/Monat — Hochvolumen). Alle drei mit 100 € Online-Bonus bei Aktivierung.
Tip: Im Zweifel KlassikGeschäftskonto. Die 6 Freimonate zeigen dir dein echtes Buchungsvolumen, ein späteres Upgrade ist ein Klick im Banking — keine neue IBAN.
Identität verifizieren
Identität verifizieren
Video-Ident ist am schnellsten: IDENT-App, 5–10 Minuten, täglich 7:00–22:00. PostIdent in jeder Postfiliale als Backup. Persönlich in einer Commerzbank-Filiale geht auch. Du brauchst den physischen Pass (kein Foto) und die Ident-ID aus der Bestätigungs-Mail.
Tip: Tageslicht schlägt Wohnzimmerlicht. Der Agent bittet dich, den Pass zu kippen, damit die Hologramme sichtbar werden — vorher kurz üben, sonst sind drei Anläufe nötig.
Girocard erhalten, App einrichten
Girocard erhalten, App einrichten
IBAN per Mail in 1–2 Werktagen nach der Verifizierung — du kannst damit sofort Rechnungen schreiben. PIN per Post (2–3 Tage), Business-Girocard separat (4–7 Tage). Commerzbank Corporate Banking App laden, photoTAN innerhalb von 3 Stunden nach der Freischalt-Mail aktivieren, Buchhaltungs-Tool (Lexoffice, SevDesk, DATEV) ab Tag eins per HBCI/FinTS verbinden.
Tip: Buchhaltungs-Integration vor der ersten Rechnung. Sechs Monate Umsätze nachträglich importieren dauert länger als das Setup.
Jetzt Geschäftskonto eröffnen
Wir haben seit 2014 über 10.000 Expats durch deutsche Banken begleitet, darunter Hunderte Freiberufler und Einzelunternehmer. Hier ist der Antrag — plus die Visa-, Steuer- und KSK-Hinweise, vor denen die Banken nicht warnen.
Jetzt Geschäftskonto eröffnen →Fünf Dinge, die die meisten Expat-Freelancer auf die harte Tour lernen
Kleinunternehmerregelung — die USt-Abkürzung
Unter 22.000 € Umsatz im laufenden Jahr und 50.000 € Prognose fürs Folgejahr kannst du nach § 19 UStG auf die Umsatzsteuer verzichten. Einfachere Rechnungen (keine USt-Zeile, keine Quartals-Voranmeldung), weniger Buchhaltung. Häkchen im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Trade-off: Du kannst keine Vorsteuer auf Betriebsausgaben ziehen — lohnt sich also nur, wenn überwiegend Privatpersonen oder Kleinbetriebe deine Kunden sind.
Steuervorauszahlungen schlagen im zweiten Jahr ein
Die erste Steuererklärung zeigt dem Finanzamt deinen Gewinn. Ab dann zieht es vierteljährliche Einkommensteuer-Vorauszahlungen ein (März, Juni, September, Dezember), grob 25% des erwarteten Gewinns. Plane es ein — viele Freelancer geben den vollen ersten Gewinn aus und stehen dann unvorbereitet vor der ersten Vorauszahlung. 30–35% jeder Rechnung auf ein separates Tagesgeld zurücklegen.
KSK für Medien-/Kreativberufe (die günstige Sozialversicherung)
Designer, Texter, Übersetzer, Fotografen, Musiker, die meisten Journalisten können in die Künstlersozialkasse. Die KSK zahlt die Hälfte deiner gesetzlichen Kranken- und Rentenbeiträge — wie ein Arbeitgeber es täte. Halbiert deine Sozialabgaben grob. Der Antrag ist papierlastig und dauert 3–6 Monate; direkt nach den ersten Rechnungen starten.
Privat und Geschäft trennen: nicht Pflicht, aber stark zu empfehlen
Freiberufler müssen Konten rechtlich nicht trennen. Ein Mischkonto verdreifacht aber die Steuerberater-Stunden, macht jede Betriebsprüfung zum Albtraum und sieht auf Rechnungen unprofessionell aus. 15,90 €/Monat für ein echtes Geschäftskonto sind günstige Versicherung — und steuerlich absetzbar.
Bevor du startest
Reisepass, Anmeldung, Steueridentifikationsnummer und ggf. Gewerbeanmeldung bereithalten. 20 Minuten Ruhe inkl. Video-Ident einplanen. Adresse Zeichen für Zeichen wie in der Anmeldung. Bei Sonderzeichen oder mehreren Vornamen: exakt so übernehmen wie in der maschinenlesbaren Zone des Passes.